Die Privatanschrift eines Berufsbetreuers kann zum Schutze seiner Privatsphäre und seiner Familie geheim gehalten werden. Auf welche Weise ein Berufsbetreuer erreichbar ist, und welche Kontaktdaten er im Briefkopf führt, bleibt der Entscheidung des Berufsbetreuers vorbehalten. Ein Berufsbetreuer ist nicht deshalb ungeeignet, weil er lediglich über eine Postfachadresse, telefonisch und per Mail erreichbar ist.

Dies entschied das Landgericht Hildesheim in seinem Beschluss vom 21.7.2015, (Az: 5 T 151/15)

Zugrunde lag ein Fall, in dem die Betreuerin in dem Beschluss, mit dem sie zur Betreuerin bestellt wurde, nicht die Privatanschrift der Betreuerin angegeben war, sondern eine Postfachadresse. Gegen diesen Beschluss legte die Verfahrenspflegerin Beschwerde ein. Sie argumentierte, dass durch die Geheimhaltung der Privatadresse die Betreuerin „in subtiler Weise die Betreuten und deren Angehörigen diskriminiere“. Das Landgericht Hildesheim ist dieser Auffassung nicht gefolgt. Der Vorwurf, dass die Betreuerin ausschließlich ihre eignen Interessen verfolge und die Belange der betreuten Menschen nicht im Blick behalte, sei haltlos, so das Gericht. Der Beschwerde der Verfahrenspflegerin wurde nicht stattgegeben.

Fazit: Auch Betreuer haben ein Recht auf Schutz ihrer Privatsphäre.


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