Als Reaktion auf den Know-How-Letter vom letzten Freitag

(s. Blogartikel: Selbstverwaltungserklärung für Konten des Betreuten – ist die entbehrlich?)

erreichte mich folgende sehr interessante Anmerkung des Berufsbetreuer-Kollegen Ulrich Bernhardt aus Velbert.

Er schreibt:

„In solchen Fällen (in denen die Selbstverwaltungserklärung des Betreuten nicht beigebracht werden kann) habe ich dem Gericht in einem Anschreiben folgende Sachverhalte dargelegt:

  1. Dokumentation meiner Bemühungen, die Entlastungserklärung zu erhalten;
  2. Begründung der*des Betreuten zur Verweigerung der Entlastungserklärung;
  3. eine vom Betreuten unterzeichnete Liste der von ihm/ihr gewünschten weiteren Kontoverfügungsberechtigten;
  4. meine persönliche Einschätzung bzw. Bewertung der Verweigerung;
  5. schriftliche persönliche Versicherung, keine Kontoverfügungen – bis auf die belegten – vorgenommen zu haben.

Ich halte diese Erklärungen nicht für entbehrlich, da sie meinem Selbstschutz dienen – vorausgesetzt natürlich, die Einsichtsfähigkeit des/der Betreute ist nicht eingeschränkt. Betreuer*innen stehen in der öffentlichen Meinung leider oft unter einem grundsätzlichen Generalverdacht der Veruntreuung von Betreuten-Vermögen. Bei den Gerichten habe ich diesen Verdacht bislang zwar nicht erlebt, aber je und dann in TV-Filmen medienwirksam inszeniert gesehen. Ich habe deshalb immer auch im Blick, dass mich solche Erklärungen vor möglichen Nachforderungen von Angehörigen und Erben schützen können.“

Fazit: Es mag zwar nervig und zeitaufwändig sein, die Erklärungen zu beschaffen. Mitunter können sie uns jedoch vor Ärger nach Ende der Betreuung schützen.

 


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